Vokabular

Politisches Privilegien – System – Vokabular

Schwarz/People of Color
– ist eine politische Selbstbezeichnung von Menschen die negative alltägliche und/oder nichtalltägliche Rassismuserfahrungen machten und machen müssen. Diese können zum Beispiel anhand von Aussehen, Namen und/oder Herkunft, stattfinden.
Weiß
– ist eine Bezeichnung für Menschen die von Rassismus mindestens strukturell profitieren. In einer Gesellschaft wie der deutschen sind dies alle deutschen, weißen Menschen. Es ist eine gesellschaftliche Machtposition die ein angstsfreies Leben, einen gesicherten Status im Land, nicht nur klischeehafte Zerrbilder in den Medien und einen bevorzugten Zugang zum Beispiel zu Bildung, Beruf, Sexualität, Wohnraum ermöglicht.

Diese beiden Positionen treten zusammen mit anderen gesellschaftlichen Positionen auf wie zum Beispiel Klasse, Geschlecht, Ability, Sexualität. Im Zusammenkommen bewirken sie Mehrfachprivilegierungen oder Mehrfachdiskriminierungen.
Dieser Ausschnitt sei nur als kurzes Beispiel genannt. Wir können die Breite dieses Themas an dieser Stelle nicht ausführlicher erläutern.
Weitere Informationen könnt ihr aber im Internet finden unter den Stichworten: Mehrfachdiskriminierung, Intersektionalität, Schwarz, brauner Mob, weiss, People of Color, gender, transgender, Klassismus, behindert und verrückt feiern, femme, butch, kinky, heteronormativ, white surpremacy, Bildungsbürgertum, working class, working poor, Mittelschicht etc. etc. etc.
Safer Space / Freiraum
Safer Space ist eine Bezeichnung für Orte oder Foren, in denen sich eine marginalisierte Gruppe von Menschen organisieren und zusammenkommen kann, ohne erneut Diskriminierungen anhand ihrer gesellschaftlichen Position zu erfahren.
Es sind Orte, an denen Selbstermächtigungen, vertrauliche Diskussionen und progressives Denken und Arbeiten ermöglicht werden; wo Strategien entwickelt werden können, die sich nicht zuallererst oder vorrangig am Mainstream abarbeiten müssen, sondern zu einer Stimme des Widerstands, des Empowerments und neuer Entwürfe werden können. Sie sind das Resultat einer Realität, in der wir untereinander oft erst wieder erlernen müssen, nicht diskriminierend zu sein und gewalttätige Uuschreibungen und Aktionen in unseren persönlichen und politischen Beziehungen und Bezügen Praxis sind.
Beispiele für solche Safer Spaces sind Empowerment-Workshops für People of Color und Schwarze, für Frauen, für Transgender, für Menschen aus der Arbeiter_innenschicht oder aus Armutsverhältnissen. Diese Räume können aber auch Partys sein, Gruppen, Demonstrationen oder Konferenzen.
Es ist eine Form eines strategischen und temporären Separatismus.

bell hooks ist eine schwarze Schriftstellerin und Visionärin aus den USA.
Die von uns verwendeten Zitate haben wir dem Text: „Radikale Perpektive – Am Rand ansiedeln“ entnommen. In diesem Text spricht sie über ihre Erfahrungen als schwarze Frau aus der Arbeiter_innenschicht in weißen linken sowie weiß dominierten akademischen Kreisen. Von ihren Erfahrungen ausgehend entwirft sie Strategien für subversive Räume. Sie betont die wichtige Funktion von Orten, an denen marginalisierte Stimmen sich finden und von dort aus eine Kraft des Widerstands entwickeln können. Sie befragt die Unbeweglichkeit der Privilegienzentren dahingehend, wer sich wann wohin bewegen sollte, um Veränderung anzustoßen. Lesenswert!